Austausch und Vernetzung – aber auch konkrete Vorschläge: Am Ende eines intensiven Workshops formulierten die mehr als 30 Teilnehmenden des vom Projekt „GrundBildungsBrücken Hamburg“ organisierten Netzwerktreffens gemeinsame Empfehlungen an Landespolitik und Behörden. Denn die Vertreterinnen und Vertreter aus Institutionen wie Jobcentern, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Bildungsträgern oder Beratungsstellen waren sich einig: Erwachsene mit Deutsch als Zweitsprache, die nach Abschluss eines Integrationskurses noch Grundbildungsbedarf haben, brauchen mehr als Lernangebote.
Wichtig sind aus Sicht der Praxis vor allem:
- tragfähige Strukturen für Grundbildungsbegleitung und -beratung,
- transparente Informationswege und
- eine koordinierte Zusammenarbeit aller an einem individuellen Grundbildungspfad beteiligten Akteure – idealerweise mit einer zentralen Anlaufstelle.
Über das Kennenlernen und Vernetzen hinaus war es Ziel des Workshops, bestehende Angebotslücken in der Grundbildung aufzeigen und gemeinsam praxisnahe Lösungsstrategien zu entwickeln, um die Bildungswege für formal gering qualifizierte Menschen mit Deutsch als Zweitsprache gezielt zu verbessern. Dazu arbeiteten die Teilnehmenden zunächst gemeinsam an einem realen Fallbeispiel. Dort identifizierten sie strukturelle Hürden sowie Herausforderungen und brachten ihre eigenen beruflichen Erfahrungen ein.
Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen zu den Hauptthemen „Bildungsbegleitung“ und „Kooperation und Kommunikation”. Zentrale Fragestellungen waren dabei bspw.: Was erschwert eine gezielte Begleitung in weiterführende Bildungsangebote? Welche Hürden und Lücken gibt es in der Kommunikation mit anderen Institutionen? Welche Formen der Vernetzung sind erforderlich, um eine fallbezogene Zusammenarbeit nachhaltig zu verbessern? Die Ergebnisse dieser Diskussionen mündeten in den gemeinsamen Empfehlungen.
Weitere „Pfadbesprechungen“ sind bereits in Planung, in einem weiteren Netzwerkformat sollen die Empfehlungen zudem an die Entscheidungsträger/-innen weitergegeben werden.