ALFA-Mobil

Alphabetisierung auf Rädern

beendet , Öffentlichkeitsarbeit/Sensibilisierung

Sie standen auf dem Marktplatz, am Baumarkt oder vor dem Jobcenter: Zwei ALFA-Mobile tourten durch Deutschland und machten Werbung für Lese- und Schreibangebote. Gemeinsam mit Kursanbietern klärte das Projekt Passantinnen und Passanten über Alphabetisierung und Grundbildung auf und beriet Erwachsene, die besser lesen und schreiben möchten. Auch immer dabei: Lernbotschafterinnen und Lernbotschafter, die als (ehemalige) Betroffene von ihren Erfahrungen berichteten.

Ein Mann und eine Frau stehen am Stand des ALFA-Mobils © VHS Hamburg/Gesche Jäger

Das Projekt ALFA-Mobil zielte darauf, geringe Literalität bundesweit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und den Zugang gering literalisierter Erwachsener zu Alphabetisierungs- und Grundbildungsangeboten zu verbessern. Im Fokus stand die Frage, wie durch aufsuchende Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung Betroffene, ihr Umfeld sowie relevante Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erreicht und zur Nutzung bestehender Lern- und Unterstützungsangebote motiviert werden können

Über Lese- und Schreibschwierigkeiten und Unterstützungsangebote informieren

Ziel war es, Barrieren beim Zugang zu Alphabetisierungs- und Grundbildungsangeboten abzubauen und deren Bekanntheit zu erhöhen. Dazu führte das Projekt gemeinsam mit regionalen Kooperationspartnern bundesweit aufsuchende Aktionen an belebten Plätzen sowie Sensibilisierungsschulungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch. Im Rahmen des Projekts wurden gering literalisierte Erwachsene und ihr Umfeld informiert, die Öffentlichkeit sensibilisiert, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eingebunden sowie Kooperation und Vernetzung gestärkt. Lernbotschafterinnen und Lernbotschafter wurden dabei gezielt in die Öffentlichkeits- und Medienarbeit einbezogen.

Das Projekt unterstützte damit insbesondere die Ziele der AlphaDekade im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung. Der aufsuchende Charakter ermöglichte direkte Ansprache von Personen, die keine Hilfsangebote aufsuchen und führte in der Regel zu einer weiteren regionalen und überregionalen Verbreitung der Thematik durch Medien und Presse.

Infostand, Schulungen, Pressearbeit

Im Förderzeitraum führte das ALFA-Mobil 410 öffentlichkeitswirksame Aktionen sowie 102 Sensibilisierungsschulungen durch und erreichte rund 1.500 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren direkt. Die Zusammenarbeit mit Jobcentern und Agenturen für Arbeit wurde bundesweit ausgebaut; zugleich erschlioss das Projekt neue Zielgruppen wie Hausärztinnen und Hausärzte, Hebammen, Mehrgenerationenhäuser und Kitas.

Das Projekt entwickelte die aufsuchende Arbeit strategisch weiter: So wurde die aufsuchende Beratung verstärkt in sozialräumlich relevanten Orten wie Supermärkten, Baumärkten und Einkaufszentren durchgeführt. Parallel wurden sozialräumliche und milieuspezifische Ansprachewege weiterentwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der intensiven Presse- und Medienarbeit: Insgesamt wurden 313 Presseanfragen bearbeitet und eine Reichweite von mehr als 49 Millionen Personen erzielt.

Wichtige Ergebnisse und Produkte

Das ALFA-Mobil hat bundesweit zur Sichtbarkeit des Themas geringe Literalität beigetragen, zahlreiche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sensibilisiert und den Zugang zu bestehenden Lernangeboten unterstützt. Dies wurde durch direkte Ansprache und Vermittlung sowie mittelbar durch Schulung und Zugänge erreicht. Gleichzeitig wurden nachhaltige Kooperationen mit Akteuren aus Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheit, Familie und Kommune aufgebaut bzw. gestärkt.

Zu den wichtigsten Ergebnissen und Produkten gehören:

  • ein digitales Transfer-Portfolio / eine Handreichung mit Erfahrungen und Empfehlungen zu aufsuchender Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit, Schulungen und Netzwerkarbeit
  • die Broschüre „Geringe Literalität in Deutschland. Wissen, Erkennen, Helfen“ für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
  • ein Projektflyer zur Ansprache von Lerninteressierten
  • Videos zur Lernendenansprache und Öffentlichkeitsarbeit
  • Abgestimmte Schulungs- und Workshopformate, unter anderem für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus verschiedenen Kontexten sowie Lernbotschafterinnen und Lernbotschafter wie Medientrainings für gering literalisierte, die ehrenamtlich die Pressearbeit unterstützen

Nachhaltigkeit und Transfer

Die Projekterfahrungen und Ergebnisse wurden über einen Transfer-Workshop sowie das digitale Transfer-Portfolio für andere Akteure der Alphabetisierung und Grundbildung zugänglich gemacht. Damit stehen auch über die Projektlaufzeit hinaus erprobte Ansätze und Materialien für aufsuchende Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Sensibilisierung und die Ansprache gering literalisierter Erwachsener zur Verfügung.

Träger des Projektes

Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

Dr. Nicole Pöppel

Berliner Platz 8-10
48143 Münster

Telefon: 0251/490 99 649

E-Mail: n.poeppel@alphabetisierung.de

Homepage: Website Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung

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