Im Projekt Delta-Netz Transfer des Internationalen Bundes wurden lebensweltorientierte Ansätze entwickelt, um gering literalisierte Erwachsene direkt in ihrem Wohn- und Lebensumfeld zu erreichen und zu fördern.
An vier sozialraumorientierten Standorten entstanden niedrigschwellige Grundbildungsangebote, die gemeinsam mit den Teilnehmenden partizipativ gestaltet und erprobt wurden. Die Themen orientierten sich am Alltag der Teilnehmenden, was ihre Lernmotivation deutlich stärkte. Begleitend zu den Grundbildungsangeboten erhielten die Teilnehmenden sozialpädagogische Unterstützung, um Lernprozesse zu reflektieren und individuelle Lernbarrieren abzubauen.
Durch gezielte Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit wurde zudem das Quartier für das Thema geringe Literalität sensibilisiert. Pädagogische Fachkräfte aus sozialen und bildungsbezogenen Einrichtungen des Quartiers wurden gezielt geschult, um das Thema Grundbildung in ihre Arbeit zu integrieren.
Delta-Netz Transfer wurde vom Internationalen Bund (IB) als bundesweit tätigem Träger an der Schnittstelle von Bildung und Sozialer Arbeit konzipiert und umgesetzt.
Projektergebnisse
Die niedrigschwelligen Grundbildungsangebote von Delta-Netz Transfer orientierten sich thematisch an der Lebenswelt der Teilnehmenden. Partizipative Ansätze gewährleisteten, dass sich auch Lernziele und -methodik an den Bedarfen der Lernenden orientierten. Die Angebote ermöglichten neben Lernfortschritten vor allem auch positive Selbstwirksamkeitserfahrungen und wurden zum Teil als Lerncafé oder Lerngruppe verstetigt. Begleitend zu den Angeboten wurden die Lernenden sozialpädagogisch betreut, um Entwicklungsprozesse und -ziele professionell zu reflektieren und zu stabilisieren. Lernende konnten empowert werden, aktiv an gemeinsamen Infoveranstaltungen z.B. mit dem ALFA-Mobil mitzuwirken oder sich auf Landesebene mit anderen gering literalisierten Erwachsenen zu vernetzen.
In Kooperation mit lokalen Netzwerkpartnern führte Delta-Netz Transfer diverse öffentlichkeitswirksame Maßnahmen und Aktionen durch, um im Quartier für die Herausforderungen gering literalisierter Erwachsener zu sensibilisieren und lokale Grundbildungsangebote bekannt zu machen. Einige Netzwerke und Aktionen ließen sich verstetigen. Für Fachkräfte in sozialen und bildenden Einrichtungen wurden praxis- und erfahrungsbezogene Teamschulungen zum Thema geringe Literalität durchgeführt. Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet.
Für den Transfer der Projektergebnisse wurden u.a. zwei Fachtagungen mit Inputs aus Bildungspraxis, Wissenschaft und Selbsthilfe durchgeführt. Erprobte Maßnahmen zur Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit, Konzepte zu niedrigschwelligen Lernangeboten und zur sozialpädagogischen Begleitung gering literalisierter Erwachsener sowie die Tagungsdokumentationen wurden für den Transfer auf der Projekthomepage veröffentlicht