Das Projekt „Drop-out in der Alphabetisierung und Grundbildung: Analyse von Ursachen und Präventionsmöglichkeiten“ (DRAG) ging mit dem Ziel an den Start, durch eine mehrperspektivische Analyse die individuellen und strukturellen Ursachen von Abbrüchen in Alphabetisierungs- und Grundbildungsprogrammen zu untersuchen und Präventionsstrategien abzuleiten. In der ersten Projektphase (2021–2023), wurden die Fragen beantwortet:
- Welches Verständnis von Drop-out im Feld vorliegt?
- Welche Risikofaktoren und Ursachen sich feststellen lassen?
- Welche Strategien im Umgang mit Abbrüchen geeignet sind?
Befragungen in 14 Einrichtungen mit 26 Kursen ermöglichten es, Perspektiven von Planenden, Dozierenden, Teilnehmenden und Abbrecher/-innen vergleichend zu analysieren und praxisnahe Empfehlungen für passgenaue Lernangebote sowie eine Professionalisierung der Lehrenden abzuleiten.
In der Verlängerungsphase (ab 2024) stand der Fachkräftemangel im Zentrum. Hier wurden die Arbeitsbedingungen von Dozierenden analysiert, so dass hemmende und bindende Faktoren identifiziert werden konnten. Die Ergebnisse zeigen, welche strukturellen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen erforderlich sind, um Lehrkräfte im Feld zu halten, die Verbindlichkeit der Tätigkeit zu steigern und so Drop-out nachhaltig und ganzheitlich zu reduzieren.
Projektergebnisse
Zentrale Ergebnisse liegen in der Identifizierung von Ursachen und Risikofaktoren auf individueller (z. B. Motivation, Lebensumstände), organisationaler (z. B. Kursgestaltung, Unterstützungsangebote) und struktureller Ebene (z. B. politische Rahmenbedingungen, Finanzierung, soziale Ungleichheiten). Auf Grundlage dieser Analysen wurden Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet, die sowohl die Professionalisierung von Lehrenden als auch die passgenaue Entwicklung von Lernangeboten adressierten. Deutlich wurde zudem, dass der Fachkräftemangel im Feld der AuG ein entscheidender Faktor für Abbrüche war. In der Verlängerungsphase wurden daher Arbeitsbedingungen von Dozierenden untersucht, so dass hemmende und förderliche Faktoren systematisch aufgezeigt werden konnten.
Zur Dissemination der Ergebnisse wurden vielfältige Maßnahmen umgesetzt: Neben Publikationen in Fachzeitschriften entstanden zwei praxisorientierte Handreichungen für Dozierende, Bildungsplanende und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, ein Informationsvideo für Teilnehmende sowie wissenschaftliche Vorträge, Workshops und Transferveranstaltungen. Ergebnisse wurden zudem in die universitäre Lehre eingebracht und in Netzwerkveranstaltungen mit Kooperationspartnern diskutiert. Damit konnte sichergestellt werden, dass die Forschungsergebnisse nicht nur in der Wissenschaft rezipiert wurden, sondern auch konkrete Wirkung in der Praxis entfalten. Somit stand der Dialog stets im Vordergrund, durch den neue Impulse und Fragen generiert wurden.
Die Ergebnisse bieten in der Summe eine fundierte Grundlage, um zukünftige Kursangebote wirksam an den Bedarfen der Lernenden auszurichten und nachhaltige Strategien zur Fachkräftesicherung zu entwickeln. Die erstellten Produkte sind über die Produktdatenbank Alphabetisierung und Grundbildung abrufbar und können von Bildungseinrichtungen, Lehrenden und politischen Entscheidungsträger/-innen genutzt werden.
AlphaDekade-Konferenz 2023
Dokumentation des Fachforums und Video der Ergebnispräsentation
Das PDF der Ergebnispräsentation als Download
Projektpartner
Zu den Praxiskooperationspartnern des Projekts zählten das Bildungswerk der hessischen Wirtschaft, die Lernende Region Netzwerk Köln e.V. sowie die Volkshochschulen Aachen, Essen, Köln, München, Rhein-Erft und Stuttgart.