ReLa-Beruf

Reflexion von Lernanlässen und -begründungen gering Literalisierter in der Phase des Übergangs in den Beruf/Arbeitsmarkt

beendet , Forschung

Das Ziel des Projektes „Reflexion von Lernanlässen und -begründungen gering Literalisierter in der Phase des Übergangs in den Beruf/Arbeitsmarkt“ (ReLa-Beruf) war es, Lernanlässe sowie -hemmnisse von Menschen mit geringen Schriftsprachfähigkeiten am Übergang von Berufsschule in die Arbeit zu beschreiben und die Rahmenbedingungen sowie Prozesse des Entstehens und des Umgangs mit ihren eingeschränkten Fähigkeiten zu beleuchten. Ebenso untersuchte das Projekt, wie die Auszubildenden trotz ihrer geringen Schriftsprachkompetenzen in ihren Beruf gefunden haben und wie sie ihren Alltag meistern.

Um diese Fragen beantworten zu können, näherte sich (ReLa-Beruf) dieser Zielgruppe mit verschiedenen quantitativen und qualitativen Methoden. Zudem nahm es einen Vergleich mit erwachsenen Lernenden aus Kursen der Alphabetisierung und Grundbildung (AuG) vor. Dadurch wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Lernanlässen und –hemmnissen herausgearbeitet und insbesondere die Reflexivität der Befragten hinsichtlich ihrer biografischen Entwicklung untersucht.

Bei den AuG-Lernenden beschäftigte sich das Projekt zudem mit Lernabbrüchen, um diese besser verstehen und damit einen Beitrag zu ihrer Reduktion leisten zu können. Das Forschungsziel umfasste überdies auch die pädagogische Expertise der Lehrkräfte in der beruflichen Bildung und der AuG.

Projektergebnisse

Das Projekt zeigte, wie stark (geringe) Literalität von sozialen Faktoren wie familiären Hintergründen und ökonomischen Bedingungen beeinflusst wird. Es handelt sich um ein Phänomen, von dem ganz unterschiedliche Menschen betroffen sind – und das nicht isoliert, sondern nur im sozialen Kontext betrachtet werden kann. Ein weiteres Ergebnis war, dass geringe Literalität keineswegs den kompletten sozialen Ausschluss bedeutet, sondern betroffene Menschen soziale und berufliche Anforderungen meistern.

Innerhalb des Schulkontextes konnte das Projekt darauf aufmerksam machen, dass Lehrkräfte, die eine empathische und praxisnahe Herangehensweise fördern, das Lernverhalten positiv beeinflussen können. Diese Ergebnisse sollen sowohl in der Praxis der beruflichen Bildung als auch in der AuG genutzt werden. Dafür wurden praxisnahe Artikel und Policy-Paper verfasst, die sich an die konkrete Grundbildungspraxis richten.

Ein weiterer Aspekt der Projektarbeit lag in der wissenschaftlichen Verbreitung des Themas Geringe Literalität an der Schnittstelle von Soziologie und Erziehungswissenschaften. Dazu veröffentlichte das Projekt den Sammelband „Grundbildung und Habitus“ sowie weitere wissenschaftliche Publikationen.

AlphaDekade-Konferenz 2023

Dokumentation des Fachforums und Video der Ergebnispräsentation

Das PDF der Ergebnispräsentation als Download

Träger des Projektes

Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Erziehungswissenschaften
Arbeitsbereich Wirtschaftspädagogik

Prof. Dr. Georg Tafner

Unter den Linden 6
10999 Berlin

Telefon: 030/2093-66880

E-Mail: georg.tafner@hu-berlin.de

M.A. Anne Rieke

Unter den Linden 6
10999 Berlin

Telefon: 030/2093-66865

E-Mail: anne.rieke@hu-berlin.de

Homepage: Website Arbeitsbereich Wirtschaftspädagogik der HU Berlin