ABAG II - Arbeitsorientierte Grundbildung aus einem Guss

ABAG II konzipiert für und mit Kölner Unternehmen individuell zugeschnittene und zielgruppenspezifische Maßnahmen der arbeitsplatz-orientierten Grundbildung – aus einer Hand und zum Vorteil aller. Zwei Projektpartner setzen arbeitsteilig das Projekt um: die Lernende Region – Netzwerk Köln ist dabei erster Ansprechpartner für die Unternehmen. Sie arbeitet als Vermittler der passenden Angebote und sensibilisiert die Verantwortlichen in Unternehmen für das Thema. Die Universität zu Köln begleitet das Projekt wissenschaftlich und untersucht die Wirkung der Maßnahmen auf die Lernenden, die Lehrenden sowie auf die Strukturen in den Unternehmen.

ABAG II

Das Projekt ABAG² (Arbeitsplatzbezogene Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener) trägt zu einer Weiterentwicklung, Verbreitung und Verstetigung von Arbeitsorientierter Grundbildung (AoG) bei.

Relevante Themen sind die Professionalisierung der AoG-Anbieterseite (Lehrende, Bildungsplanende sowie Bildungseinrichtungen) sowie der Transfer von Wissen und bereits entwickelter Materialien und Konzepte in eine breitere Öffentlichkeit und in die Weiterbildungspraxis. Zudem wird die Zusammenarbeit mit regionalen Arbeitsmarktakteuren intensiviert und nach guten Wegen für eine bessere Verzahnung bestehender Fördermöglichkeiten mit AoG gesucht.

Im Projekt arbeiten Lernende Region-Netzwerk Köln e.V. (LRNK) und Universität zu Köln (UzK) zusammen.

Arbeitsschwerpunkte:

Dissemination: Die bisher gewonnen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen zu AoG werden durch beide Partner (LRNK und UzK) in Form von Publikationen, Vorträgen, aktiver Teilnahme an Arbeitskreisen und in Gremien sowie Workshops einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht und perspektivisch sowie partizipativ weiterentwickelt.

Branchenspezifische Professionalisierung für die Bereiche Pflege und Transport: Für beide Branchen hat LRNK Grundbildungskonzepte inkl. Lehr- Lernmaterialien entwickelt, erprobt und publiziert (Guten Morgen Herr Schabulke, Mini-Ratgeber für Pflege und Betreuung, Schabulke App, Starthilfe Berufskraftfahrer*innen). Die Produkte werden bereits von der Praxis genutzt. Praxis meint hier beispielsweise Altenpflegefachschulen, Pflegeeinrichtungen sowie Träger der Beschäftigungsförderung.

Branchenspezifisches Grundbildungsangebot: Modellhafte Erprobung der fünftägigen Einstiegsschulung „Starthilfe für Berufskraftfahrer*innen“ in Kooperation mit einer anerkannten Ausbildungsstätte. Eine Finanzierung der Teilnahmen erfolgt über Regelinstrumente der Arbeitsförderung.

Kommunale Verstetigungsstrategie: Vertiefung der Zusammenarbeit mit kommunalen Strukturen (Agentur für Arbeit Köln, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren/ Arbeitsmarktförderung Köln sowie dem Jobcenter Köln)

Leitfadens für den mikrodidaktischen Planungsprozess in der AoG:  Sowohl die Bildungspraxis als auch die wissenschaftliche Forschung haben gezeigt, dass das Bildungsmanagement ein zentraler Gelingensfaktor für die Implementierung von AoG ist. UzK nimmt die damit verbundene Planungskompetenz unter die Lupe und entwickelt einen Leitfaden für diesen mikrodidaktischen Planungsprozess.

Teilprojekt 2: Wissenschaftliche Begleitstudie und wissenschaftliches Symposium

Im Projekt ABAG2 werden von der Universität zu Köln sowohl die Effekte auf Seiten der Beschäftigten, das Wissen und Können der Lehrenden, als auch die Faktoren zur Etablierung der Angebote in den Unternehmen untersucht:

  • Die Teilnehmenden der arbeitsorientierten Grundbildung schätzen zu drei aufeinanderfolgenden Messzeitpunkten ihre eigenen Kompetenzen ein. Zur Gewinnung systematischer Erkenntnisse dient eine begleitete schriftliche Befragung. Dabei werden die heterogenen Zielgruppen, die jeweiligen Angebote und die verschiedenen betrieblichen Kontexte berücksichtigt.
  • In Gruppeninterviews werden die Erfahrungen der Trainerinnen und Trainer erhoben, um das notwendige Wissen und Können im Kontext der arbeitsorientierten Grundbildung abzubilden. Darüber hinaus werden die Bedingungen des Lehrens im betrieblichen Kontext aufgeschlüsselt. Die Trainerinnen und Trainer erhalten außerdem ein Feedback aus der Selbsteinschätzung ihrer Lernenden.
  • Mit leitfadengestützten Interviews werden die Erwartungen an und die Erfahrungen mit arbeitsorientierten Grundbildungsangeboten der betrieblichen Akteure erfasst. Auf der Grundlage dieser Untersuchung lassen sich die Voraussetzungen erfolgreicher Lernangebote ableiten.

Darüber hinaus sollen bis zu 50 Studierende im Rahmen ihres Studiums in Seminaren zu Fragen der arbeitsorientierten Grundbildung erreicht werden. Hierbei sollen Einblicke in die Praxis und Forschung gleichermaßen ermöglicht werden, um die Studierenden für das Thema zu sensibilisieren und eine Perspektive auf zukünftige Beschäftigungsfelder zu eröffnen.

Zum Projektende sind ein Wissenschaftssymposium und ein Transferkongress für die Fachöffentlichkeit geplant.