Aktiv-S: Bildungsbrücken bauen

Grundbildung ist eine Voraussetzung um selbstbestimmt an der Gesellschaft teilzuhaben. Die Zugänge zu Grundbildung sind jedoch häufig formalisiert und passen wenig zu den Lebenswelten von Menschen mit Grundbildungsbedarf. An diesem Punkt setzt aktiv-S an und nutzt Alltags-, Beratungs- und Begegnungsorte als Zugangsmöglichkeit. So können im Baumarkt Mengen- und Flächenberechnungen gelernt werden, im Familienzentrum wird eine Eltern-AG angeboten und in der alevitischen Gemeinde wird Alltagshandeln in einem Theaterprojekt geprobt.

aktiv-S


Begegnungs- und Beratungsorte werden zu Bildungsorten

In aktiv-S werden unterschiedliche Partner eingebunden, die bereits vielfältige Begegnungs-, Bildungs- und Beratungsangebote bereitstellen. Diese Angebote werden häufig von Menschen genutzt, die Schwierigkeiten haben, sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen. Zusammengearbeitet wird beispielsweise mit Mehrgenerationenhäusern, Stadtteilbibliotheken, Schuldnerberatungsstellen, Bürgerhäusern, Familien-zentren oder Beratungsstellen für Migrant*innen oder Senior*innen. Diese, den Menschen vertrauten  Strukturen werden neu genutzt und zu „Orten der Bildung“ weiterentwickelt.

Alltagsthemen werden zu Lerninhalten

Um aktiv an der Gesellschaft teilhaben zu können, braucht es vielfältige Kompetenzen in verschiedenen Lebensbereichen. In aktiv-S werden daher alltägliche Themen, wie die Erziehung von Kindern, der Umgang mit Institutionen, Ärzten und Behörden oder auch die Auseinandersetzung mit Kunst oder Medien zu Lerninhalten. In Bildungssettings wie Lerntreffs, Kursen, Lerncafés, projektbezogenen Angeboten oder partizipativ entwickelten Formaten werden diese Themen umgesetzt.

Experimentierräume, die Lernen neu denken

In zwei Experimentierräumen werden innovative Vorgehensweisen erprobt:

Zum einen werden Alltagsorte, wie z.B. ein Baumarkt oder Handyshop zu Bildungsorten, an denen anlassbezogene und themenspezifische Lernmöglichkeiten angeboten werden, wie beispielsweise Mengen– und Flächenberechnung oder der Umgang mit dem Smartphone.

Zum anderen soll auf einer digitalen Plattform ein Matching von Bildungswünschen und Bildungsangeboten organisiert werden. Dabei unterstütz aktiv-S Menschen, die ihr Wissen und ihr Können weitergeben möchten und bringt sie mit anderen zusammen, die etwas Neues erlernen wollen. Darüber hinaus wird online ein schwarzes Brett aufgebaut, auf der stets alle Angebote von aktiv-S zu finden sind.

Begleitende Forschung, Professionalisierung und Beratung durch Lernende

aktiv-S wird wissenschaftlich begleitet. Es wird erforscht, welche Effekte lebensweltorientierte Grundbildung mit sich bringt und herausgearbeitet, welche didaktischen Prinzipien bei der Angebotsgestaltung zentral sind. Zudem werden Schulungen und Workshops zur sozialräumlichen Grundbildungsarbeit für Akteure in sozialen Einrichtungen, Lehrende und Ehrenamtliche durchgeführt.

Projektbegleitend wird eine Beratungs- und Entwicklungsgruppe gebildet. Hier werden Teilnehmende aus den Angeboten zu Spezialist*innen. Sie berichten über ihre eigenen Erfahrungen und stellvertretend über die Erfahrungen anderer Menschen in ähnlichen Lebenssituationen. Sie bringen Ideen, Kritik und Verbesserungsvorschläge mit ein.