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Die Förderung von Grundkompetenzen am Arbeitsplatz ist eine Querschnittsaufgabe, die unterschiedliche Zuständigkeiten und Perspektiven zusammenführt. Akteure aus Politik, Wirtschaft und Bildung erkennen, dass Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen oder digitale Fähigkeiten eine entscheidende Voraussetzung für beruflichen Erfolg und Teilhabe am Arbeitsleben sind. Die AlphaDekade hat maßgeblich dazu beigetragen, dass dieses Bewusstsein gewachsen ist und sich in konkreten Strukturen niederschlägt.
Entscheidend für den Erfolg arbeitsorientierter Grundbildung ist die Anerkennung in allen beteiligten Institutionen, dass AoG ein wirksames Instrument zur Herstellung, Sicherung und Stärkung von Qualifizierungs- und Beschäftigungsfähigkeit darstellt. Diesen politischen Diskurs führen die relevanten Akteure (Bund, Länder, Bundesagentur für Arbeit, BAMF, Sozialpartner und Praxispartner) in der Arbeitsgemeinschaft Alphabetisierung und Grundkompetenzen der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS).
Arbeitsorientierte Grundbildung hat großes Potenzial, daher gilt es, die Strukturen flächendeckend auszubauen, Kooperationen zu verstetigen und Fördermöglichkeiten weiter auszuloten und zu nutzen.
Strukturen ausbauen – Kooperationen stärken
Um arbeitsorientierte Grundbildung nachhaltig zu etablieren, setzt die AlphaDekade auf stabile Kooperationen zwischen den relevanten Akteuren am Arbeitsmarkt. Solche Partnerschaften und Netzwerke schaffen die Grundlage dafür, dass arbeitsorientierte Grundbildung dauerhaft in die Strukturen der beruflichen Aus- und Weiterbildung integriert werden kann. Ein zentraler Ansatz liegt in der Zusammenarbeit zwischen Weiterbildungsanbietern und Arbeitsverwaltungen.
Das Projekt „AoG Köln“ entwickelte beispielsweise grundbildungssensible Beratungs- und Bildungsstrukturen weiter. Dazu gehörten auch Schulungs- und Sensibilisierungsangebote für Mitarbeitende in Jobcentern und Beschäftigungsträgern. Auch das „ALFA-Mobil“ setzte neben seinen Aktionen auf öffentlichen Plätzen auf Aufklärungsarbeit im Arbeitskontext: Es sensibilisierte Jobcenter-Mitarbeitende sowie Studierende an den Hochschulen der Bundesagentur für Arbeit für die Bedeutung von Grundbildung in der Arbeitswelt und bereitete sie so auf ihre spätere Arbeit als Fallmanager/-in vor. Ein Fernsehbeitrag aus Neumünster zeigt zudem, wie dort das Grundbildungszentrum, das Mehrgenerationenhaus und das Berufsinformationszentrum zusammenarbeiten, um gemeinsam auf die Wichtigkeit von Grundbildung im Beruf aufmerksam zu machen.
Kooperationen mit Kammern und Innungen
Ein weiterer erfolgreicher Ansatz ist die Zusammenarbeit von Weiterbildungseinrichtungen mit Kammern und Innungen. Zahlreiche AlphaDekade-Projekte tragen dazu bei, Grundbildung in Betrieben sowie in weiteren Ausbildungsstrukturen bekannt zu machen und unterstützen zugleich bei der Entwicklung und Durchführung von Angeboten. Die BasisKom-Projekte initiierten bspw. wichtige Kooperationen in diesem Bereich – und erreichten damit beachtenswerte Erfolge.
Die Erfahrungen des Projekts bei der Entwicklung der Kooperationen flossen in die Handreichung It´s a match - Kooperationen mit Kammern und Innungen entwickeln. Grundkompetenzen für die Arbeitswelt stärken ein. Zudem entstanden durch die Zusammenarbeit auch praxisrelevante Materialien wie „NachgeDACHt – Mathematik für Auszubildende des Dachdeckerhandwerks“, das in Kooperation mit dem Landesbildungszentrum des Sächsischen Dachdeckerhandwerks und dem Landesinnungsverband Sachsen entwickelt wurde.
Das Projekt „APAG II“ arbeitete eng mit der Handwerkskammer Trier zusammen, um Auszubildende mit Grundbildungsbedarf gezielt zu unterstützen. Es entstanden Lernbausteine und vernetzte Unterstützungsstrukturen, die den Zugang zu Grundbildung im Ausbildungsalltag erleichtern.
Verbesserung der Förderstrukturen
Mit dieser Zielsetzung entwickeln und erprobt beteiligte Projekte Instrumente, die Grundbildung in Qualifizierungsmaßnahmen integrieren. „AoG Köln“ erarbeitete beispielsweise Grundbildungsmodule, die in kommunalen Qualifizierungsmaßnahmen getestet und evaluiert wurden. Die Ergebnisse zeigen: Teilnehmende mit Grundbildungsbedarf können diese Maßnahmen erfolgreicher abschließen, wenn sie durch passende Lernangebote unterstützt werden. „ABConnect“ entwickelte 22 AZAV-zertifizierte branchenspezifische Maßnahmen, die über Maßnahmen der Arbeitsverwaltung finanziert werden können (siehe unten).
Entwicklungen in der Praxis
Publikationen und Materialien zum Thema
- Nationale Weiterbildungsstrategie - Umsetzungsbericht 2025
- Handreichung „Arbeitsorientierte Grundbildung – Potenziale entfalten, Fachkräfte heranbilden“
- It´s a match - Kooperationen mit Kammern und Innungen entwickeln. Grundkompetenzen für die Arbeitswelt stärken
- Basiskompetenz am Arbeitsplatz stärken – Erfahrungen mit arbeitsorientierter Grundbildung
- Arbeitsorientierte Grundbildung und Alphabetisierung – Institutionalisierung, Professionalisierung und Effekte der Teilnahme
- Jetzt handeln! Zukunftsperspektiven für die arbeitsorientierte Grundbildung
- Arbeitsorientierte Grundbildung für Beschäftige im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes (QCG) als nachhaltige Regelförderung., in: Jetzt Handeln! Zukunftsperspektiven für die Arbeitsorientierte Grundbildung
- Grundbildung in der Arbeitswelt gestalten. Praxisbeispiele, Gelingensbedingungen und Perspektiven
- „Da baut sich was auf, da ist jemand, der ist verlässlich da, der hat auch Geld“ – Akteurskonstellationen, Handlungskoordination und Leistungen in fragilen organisationalen Strukturen am Beispiel der arbeitsorientierten Grundbildung
- Unterstützung von Auszubildenden mit Grundbildungsbedarf durch Kooperation und Vernetzung
Eine große Auswahl an Materialien zur arbeitsorientierten Grundbildung steht in der Produktdatenbank Alphabetisierung und Grundbildung zur Verfügung.