Besser schreiben und lesen lernen durch Angebote, die die Menschen in ihrem Alltag erreichen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat am 12. Juni 2017 eine Richtlinie zur Förderung von lebensweltlich orientierten Entwicklungsvorhaben in der Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener veröffentlicht. Ziel ist es, innovative Kooperationsprojekte zu initiieren zwischen Einrichtungen der Weiterbildung (Grundbildung) und solchen, die im Sozialraum tätig sind.

Ausschreibungen

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Kooperationen zwischen Einrichtungen der Weiterbildung und Einrichtungen im Sozialraum

Oft stehen Einrichtungen der Familienbildung, Jugend- und Sozialhilfe, des Verbraucherschutzes, die kommunalen Verwaltungen, Bibliotheken, Ärzte oder auch Sport- und Kultureinrichtungen bereits in Kontakt mit Personen, die nicht ausreichend gut lesen, schreiben oder rechnen können. Viele der hier Beschäftigten haben aber bisher keine oder nur geringe Kenntnisse darüber, welche Unterstützungsangebote für diese Personen vorhanden sind. Häufig sind sie sich auch nicht sicher, ob und wie sie die Person darauf ansprechen sollen.

Erwachsene mit Alphabetisierungsbedarf im Alltag erreichen

Durch eine Kooperation der beiden Einrichtungsarten wird es möglich, Wissen verstärkt auszutauschen und das direkte Umfeld der funktionalen Analphabeten zu sensibilisieren und zu informieren. Darüber hinaus können aber vor allem die Betroffenen selbst über die bereits bestehenden Strukturen in einer ihnen bereits vertrauten Umgebung erreicht werden, die sie regelmäßig aufsuchen. Bekannte Ansprechpartner und Strukturen geben Halt und mindert so die Ängste und Hemmungen, sich auf etwas Neues und Unbekanntes einzulassen.

Förderung der Entwicklung von Lehr- und Lernformaten

In den bis zu dreijährigen Projekten sollen neben der Ansprache und Sensibilisierung verschiedener Zielgruppen auch innovative und am Alltag der Betroffenen orientierte Lehr- und Lernformate sowie passende Lerninhalte entwickelt werden. Lehrende sollen darin geschult werden die neuen Lehrmethoden und Lernmaterialien entsprechend einzusetzen. Die im Projekt eingegangenen Kooperationen sollen idealerweise zu einem dauerhaften Austausch und der Vernetzung zwischen den Einrichtungen führen. Jedes Projektvorhaben kann pro Jahr mit bis zum 300.000 € gefördert werden.

Interessenten reichen zunächst Projektskizzen in elektronischer und Papierform bis zum 31. Juli 2017 beim Bundesinstitut für Berufsbildung ein. Weitere Details können der Richtlinie entnommen werden.

Die wichtigsten Angaben im Überblick:

  • Förderinhalt: lebensweltlich orientierte Innovationsvorhaben im Bereich der Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener
  • Förderdauer: bis zu 36 Monate
  • Förderhöhe: bis zu 300.000 € pro Jahr
  • Projektform: Kooperationsprojekte zwischen mind. zwei unabhängigen Einrichtungen
  • Zuwendungsempfänger: Einrichtungen der Alphabetisierung und Grundbildung sowie Einrichtungen, die im Sozialraum tätig sind. Antragsberechtigt sind ausschließlich juristische Personen. Die Förderung von Einzelpersonen oder einzelnen Einrichtungen ist nicht möglich.
  • Bewerbungsverfahren: Die Skizzen sind in elektronischer (easy-Online und Email) und Papierform beim Bundesinstitut für Berufsbildung einzureichen
  • Bewerbungsfrist: 31.07.2017