BIG - Bildungscoaches in der Grundbildungsarbeit

Als erste Einrichtung bundesweit wird die Volkshochschule Karlsruhe so genannte Bildungscoaches einstellen. Ihre Aufgabe ist es, einen engen und dauerhaften Kontakt zu potenziellen Lernenden aufzubauen. Dieses Vertrauen soll den Übergang in die Kursangebote erleichtern und Lernabbrüche reduzieren.

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Seit Erscheinen der leo-Studie 2011 hat die Volkshochschule in Karlsruhe zahlreiche unterschiedliche Angebote zur Alphabetisierung und Grundbildung geschaffen. Sie erreichen aber weniger als ein Prozent der Betroffenen in der Stadt. Das Grundbildungsteam hat festgestellt, dass eine regelmäßige und verlässliche Beziehungsarbeit die wichtigste Brücke zu den Betroffenen wäre.

Deshalb stellt die Volkshochschule Karlsruhe nun so genannte Bildungscoaches ein. Sie sind einmal Ansprechpartner der Lernenden an der VHS. Darüber hinaus suchen sie regelmäßig die Einrichtungen der Kooperationspartner auf, mit denen viele Betroffene bereits in Kontakt stehen. Dazu gehören der Verein SOZPÄDAL, AWO Karlsruhe, das Mehrgenerationenhaus Karlsruhe, das Beratungszentrum Caritashaus Karlsruhe sowie die Hagsfelder Werkstätten.

Alltägliche Themen aufgreifen und ins Lernen einbinden

Dort sind die Bildungscoaches dafür da, ein dauerhaftes Vertrauensverhältnis zu möglichst vielen Menschen mit Grundbildungsbedarf aufzubauen. Das bedeutet, Themen ihres Alltags aufzugreifen, den Bezug zum Lernen aufzuzeigen, die Motivation zu stärken, Lernangebote zu schaffen und potenzielle Lernende zu passenden Angeboten in ihrem Umfeld zu beraten. Die Bildungscoaches sind gleichermaßen für die soziale Arbeit und für die aufsuchende Bildungsarbeit qualifiziert.

Ein Weg in vier Schritten

In der ersten Phase sollen sich die Mitarbeitenden der VHS Karlsruhe und des Kooperationspartners SOZPÄDAL wechselseitig mit den Themen und Zielgruppen vertraut machen, den Bedarf erheben und konkrete Ziele festhalten. Im zweiten Teilprojekt entstehen im Mehrgenerationenhaus assistierte Selbstlernangebote wie Lerncafés oder Lernwerkstätten. Diese Angebote werden im dritten Schritt auf die Einrichtungen der übrigen Kooperationspartner ausgeweitet und angepasst. Die Abschlussphase ist der Auswertung und Verbreitung der Projektergebnisse gewidmet. Es soll ein Handbuch publiziert und auf Transfertagungen vorgestellt werden. Zudem entsteht ein Konzept dafür, wie sich das Projekt nach dem Ende der Förderung verstetigen lässt.