Bremen

Landespolitische Initiativen

Die Bremische Bürgerschaft hat im Jahr 2012 das so genannte „Bremer Konzept für Alphabetisierung und Grundbildung" beschlossen. Es stellt den strategischen und inhaltlichen Rahmen dar, um Aktivitäten zur Alphabetisierung Erwachsener zu stärken und Angebote der Grundbildung auszubauen. Ziel des Bremer Konzepts ist die Stärkung aller Grundbildungsdomänen und der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Gewinnung wichtiger Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Im Jahr 2013 wurde eine ressort- und organisationsübergreifende Arbeitsgruppe für Alphabetisierung und Grundbildung gegründet, die für die inhaltliche Umsetzung des Bremer Konzepts zuständig ist. Der Arbeitsgruppe gehören Akteurinnen und Akteure aus Weiterbildungseinrichtungen, Gewerkschaften, der Agentur für Arbeit, den Jobcentern, Wohlfahrtverbänden, Beschäftigungsträgern sowie verschiedene Senatsressorts an. Koordinierend ist die Senatorin für Kinder und Bildung tätig.

Angebote der Alphabetisierung und Grundbildung teilen sich in zwei Schwerpunkte:

  • Auf Grundlage des Weiterbildungsgesetzes fördert Bremen die Maßnahmen und Kursangebote anerkannter Weiterbildungseinrichtungen als Regelangebot.
  • Das Förderprogramm „Neue Formate in der Weiterbildung“ unterstützt darüber hinaus innovative Projekte, die neue Formate und Lernformen sowie niedrigschwellige Zugänge in der Alphabetisierung und Grundbildung erproben. 

Weitere Mittel stehen über das beschäftigungspolitische Aktionsprogramm des Landes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Darüber setzt beispielsweise die Bremer Volkshochschule Maßnahmen in den Grundbildungsdomänen Lesen, Schreiben, Mathematik und digitale Medien um, die sich an Beschäftigte oder arbeitssuchende deutschsprachige Erwachsene richten.

2018 wurde vom Bremer Senat das ESF-Programm „Gemeinsam Zukunft schreiben“ des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen verabschiedet. Schwerpunkt des Programms ist die Einrichtung von zwei Fachstellen für Alphabetisierung in den beiden Städten Bremen und Bremerhaven, die die Aktivitäten der bereits bestehenden Strukturen auf Landesebene unterstützen und intensivieren sollen. Fachlich begleitet wird das Programm durch die Senatorin für Kinder und Bildung. Beide Fachstellen haben im August 2018 ihre Arbeit aufgenommen.

Die Aufgaben der Fachstellen umfassen folgende Bereiche:

  • Sensibilisierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bzw. Schlüsselpersonen in Institutionen, die über einen systematischen Zugang zu der Zielgruppe verfügen.
  • Ansprache des sozialen Umfelds der Zielgruppe mithilfe öffentlichkeitswirksamer Maßnahmen, mit dem Ziel, über Beratungs- und Kursangebote zu informieren und individuelle sowie gesellschaftliche Barrieren abzubauen.
  • Aufbau und Koordinierung eines bedarfsorientierten Qualifizierungsangebots für Dozentinnen und Dozenten im Land Bremen.
  • Vermittlung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in neu einzurichtende Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse.

Für die Integration Geflüchteter hat der Bremer Senat darüber hinaus im Jahr 2016 ein Integrationskonzept verabschiedet. Dadurch ist es gelungen, Sprachkursangebote und Angebote der politischen Grundbildung für Geflüchtete zu entwickeln sowie das Qualifizierungsangebot für Dozentinnen und Dozenten in der Sprachbildung auszubauen.