CurVe II - Curriculum und Professionalisierung der Finanziellen Grundbildung

Kontoauszüge lesen, SB-Terminals bedienen, Versicherungstarife verstehen, Angebote vergleichen: Der alltägliche Umgang mit Geld stellt immer mehr Menschen vor große Herausforderungen. Alltagskompetenzen werden komplexer und erfordern eine umfassendere Betrachtung des Bereichs der Alphabetisierung und Grundbildung. Bis 2020 soll Finanzielle Grundbildung daher ein fester Bestandteil der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit werden. Das Projekt CurVe II entwickelt dafür einen wissenschaftlich erprobten Ansatz.

Konzeptgrafik des Curve Projekts

© DIE

Finanzielle Grundbildung – der Bedarf steigt!

Grundbildungsanforderungen sind abhängig von gesellschaftlichen Veränderungen. Aktuelle soziale, politische und ökonomische Entwicklungstendenzen wie der hohe Verschuldungsgrad privater Haushalte, die Erfordernis einer privaten Vorsorge, aber auch die größer werdende Komplexität der Warenwelt und Finanzleistungen, erhöhen die Relevanz der Finanziellen Grundbildung. Alltägliche Anforderungen können dann zur Herausforderung werden: der Überblick über das eigene Budget, die Überweisung von Miete und Versicherungen sowie die Kontrolle der Kosten für Handy oder Ratenkauf. Dennoch ist in Deutschland in der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit Finanzielle Grundbildung bislang noch kein fester Bestandteil. 

Finanzielle Grundbildung als Standard in der Grundbildung

Angebote in Finanzieller Grundbildung an neuen Orten und mit neuen Formaten – bundesweit für alle! Das ist das Ziel von CurVe II. Bis 2020 will das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) einen wissenschaftlich erprobten Ansatz entwickeln und Standards für gute qualitative Lernangebote etablieren.

In einem Vorgängerprojekt hatte das Institut Zusammenhänge zwischen Überschuldung und Grundbildung in den Blick genommen. Finanzielle Grundbildung kristallisierte sich als wichtiges Thema heraus: Wo berührt der Umgang mit Geld den Alltag? Welche Kompetenzen werden dabei vorausgesetzt? Welche Anforderungen stellen sich dazu im Bereich der Grundbildung?

Entstanden ist das CurVe Kompetenzmodell Finanzielle Grundbildung, auf dessen Grundlage CurVe II nun ein Curriculum der Finanziellen Grundbildung in Deutschland entwickeln und wissenschaftlich erproben wird.

Curriculumentwicklung und Professionalisierung

Als eine wichtige Maßnahme wird CurVe II einen lebensweltorientierten Lernansatz in Form eines Curriculum-Handbuchs für Träger und Lehrende in der Praxis bereitstellen. Lehrende erhalten sowohl methodisch-didaktische Hinweise als auch konkrete Unterrichtsmaterialien und beispielhafte Angebotsformate. Zudem wird ein Lernspiel für die Praxis konzipiert, das den Umgang mit Geld spielerisch erfahrbar macht.

Ein zweiter Schwerpunkt zielt auf die Professionalisierung der Finanziellen Grundbildung. So werden mögliche Schlüsselpersonen im Umfeld der Zielgruppe für das Thema sensibilisiert. Des Weiteren werden Fortbildungen für Lehrende konzipiert und erprobt. Für Lehrende und Planende in der Alphabetisierung und Grundbildung sowie Multiplikatoren und Multiplikatorinnen (Mitarbeitende in der Schuldner- und Sozialberatung, von Jobcentern, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Familienzentren, Verbraucherzentralen, Sparkassen/Banken und Betrieben) sind Workshop-Konzepte, Handreichungen und Infomaterialien geplant.