Erwerb von Leseflüssigkeit gering literalisierter Erwachsener: Explorative Untersuchung von Lernangeboten und deren Nutzung“ (LegelitE)

Im Verbundprojekt „Erwerb von Leseflüssigkeit gering literalisierter Erwachsener“ wird untersucht, wie Teilnehmende in Alphabetisierungskursen die Lesefähigkeiten verbessern und welche Aspekte im und außerhalb des Unterrichts zum Gelingen beitragen und welche das Erlernen des Lesens hemmen. Das Projekt ist in Frankfurt und Heidelberg an den jeweiligen lehrerbildenden Hochschulen angesiedelt.

LegeLitE

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Nur wenn Leseflüssigkeit gegeben ist, so weiß man aus der Leseforschung, kann sich die Leserin oder der Leser gut auf das Verstehen des Textes konzentrieren; andernfalls ist sie oder er zu sehr mit der Identifikation von Buchstaben, Silben oder Wörtern beschäftigt. Eine zentrale Frage des Forschungsprojekts ist, wie in den Kursen sogenannte Leseflüssigkeit vermittelt und erworben wird. Flüssig liest eine Person, wenn sie zügig und ohne allzu viel Stocken und Lesefehler einen einfachen Text (vor-)lesen kann.

Üben, üben, üben

Leseflüssigkeit wird durch Übung erworben. Es gibt mehrere Routinen, die aus didaktischer Perspektive sinnvoll erscheinen und mit denen das Üben im Unterricht gestaltet werden kann.

Das Projekt wird klären,

  • wie Kursleiterinnen und -leiter Verfahren zur Förderung von Leseflüssigkeit im Unterricht einsetzen und welche Überzeugungen und welches Wissen sie in Bezug auf den Förderbedarf der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer und insbesondere auf die Förderung der Leseflüssigkeit haben;
  • wie Verfahren zur Förderung von Leseflüssigkeit von den Kursteilnehmerinnen und ‑teilnehmern erlebt und genutzt werden. Unter welchen personalen Voraussetzungen und welchen Bedingungen des Unterrichts kann die Leseflüssigkeit verbessert werden?

Im Rahmen der Untersuchung werden teilnehmende Beobachtungen in den Kursen, Interviews mit den Beteiligten und Leseflüssigkeitstests durchgeführt. Mit den entstehenden Daten wird untersucht, in welchem Verhältnis Überzeugungen, Lehr-/Lernvoraussetzungen und Erwartungen von Kursleitenden und Teilnehmenden zueinanderstehen. Im Sinne der Handlungsforschung werden vom Projekt Kursleitende bei der Integration neuer Übungsformen im Unterricht unterstützt.