GrubiSo – Aufbau und Verankerung von niedrigschwelligen Lernangeboten

Eine Sprache lernen, IT-Kurse besuchen, in Büchern schmökern: Das Bildungsforum in der Potsdamer Stadtmitte ist Treffpunkt für Menschen, die irgendetwas lernen wollen. Nur Menschen mit geringem Grundbildungsbedarf fühlen sich bislang nicht angesprochen. Das Projekt GrubiSo will sie nun dort an die Bildungsangebote heranführen, wo sie sich zu Hause fühlen.

GrubiSo

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Erwachsene mit Grundbildungsbedarf im Stadtteil erreichen
Menschen mit Grundbildungsbedarf dort erreichen, wo sie im Alltag sind – da setzt das Projekt GrubiSo an. Zwar gibt es bereits ein Bildungsforum im Potsdamer Stadtzentrum, in dem die Volkshochschule und die Stadt- und Landesbibliothek untergebracht sind. Menschen mit Grundbildungsbedarf jedoch nutzen eher andere Angebote im Stadtteil, wie zum Beispiel das Nachbarschaftscafé im  Friedrich-Reinsch-Haus oder auch die Lebensmittelausgabe der Potsdamer Tafel.  Das Projekt „GrubiSo“ in Trägerschaft der Volkshochschule im Bildungsforum will die Strukturen im Sozialraumbesser miteinander verbinden und dadurch potenziellen Lernenden den Übergang ins Lernen erleichtern.

Aufbau von Lerncafés  bei der Potsdamer Tafel und im Nachbarschaftscafé
In einem ersten Schritt wird das Projekt Schnupperangebote entwickeln, beispielsweise eine Glücksrad-Aktion bei der Lebensmittelausgabe der Potsdamer Tafel oder ein Scrabble-Nachmittag im Nachbarschaftscafé.  In einem nächsten Schritt richtet „GrubiSo“ bei seinen Projektpartnern zwei Lerncafés ein.  So können die Menschen in vertrauter Umgebung lernen. Niemand muss sich extra  anmelden oder auf eine bestimmte Anzahl von Terminen festlegen. Eine Kinderbetreuung ist vorgesehen.

Unterstützung durch ehrenamtliche Lernpatinnen und Lernpaten
In den Lerncafés werden ehrenamtliche Lernpatinnen und Lernpaten tätig sein. Projekte wie APAG in Trier haben dieses Konzept bereits erfolgreich erprobt. Die 1:1-Betreuung sollen Motivation und Durchhaltevermögen der Lernenden erhöhen. Die Lernpatinnen und -paten erhalten eine Schulung vor Beginn ihres Einsatzes und werden über die gesamte Projektlaufzeit hinweg mit weiteren Schulungen fachlich begleitet.

Einsatz und Anpassung von Lern- und Diagnostikmaterialien
Für das Lernen in den Lerncafés stehen sowohl klassische Arbeitsblätter als auch Tablet-PCs zur Verfügung. Arbeits- und Diagnostikmaterialien aus anderen Projekten werden für die Lerncafés genutzt und bei Bedarf an die individuellen Bedürfnisse angepasst. Thematische Schwerpunkte sind die Finanzielle Grundbildung sowie Ernährung und Einkaufen.

Dokumentation und Fortbildungsmodul
Die Erfahrungen beim Angebot von Schnupperangeboten und beim Aufbau von Lerncafés bei den Partnern im Stadtteil werden in einer Dokumentation festgehalten. Außerdem wird ein Fortbildungsmodul erstellt. Ziel ist es, auch nach Projektende anderen Einrichtungen in Sozialräumen Hinweise und Praxistipps für den Aufbau von niedrigschwelligen Lernangeboten zur Verfügung zu stellen.