Halbzeit bei der AlphaDekade: So war die virtuelle Jahreskonferenz 2021

Nach der Corona bedingten Absage 2020 war das Interesse an der AlphaDekade-Konferenz in diesem Jahr umso größer: Rund 400 Teilnehmende aus der Alphabetisierungs- und Grundbildungspraxis, Bildungspolitik und Wissenschaft trafen sich im virtuellen Format. Sie zogen Bilanz – und steckten gemeinsam die Felder ab, die in der zweiten Hälfte der AlphaDekade wichtig bleiben, sind und werden.

Thomas Rachel

Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Britta Ernst, Ministerin für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg sowie aktuelle Präsidentin der Kultusministerkonferenz dankten allen, die sich in den vergangenen fünf Jahren im Rahmen der AlphaDekade für eine bessere Grundbildung in Deutschland eingesetzt haben.

Bildungspolitik setzt noch stärker auf arbeitsorientierte Grundbildung und Digitalisierung

Gleichzeitig betonten sie, dass auch die zweite Hälfte der AlphaDekade das Engagement ganz unterschiedlicher Partner/-innen braucht. Mit Blick auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie kündigte Ministerin Britta Ernst an: „Digitalisierung ist auch in der Grundbildung ein Thema, das wir verstärkt angehen müssen und werden.“ Staatssekretär Thomas Rachel sieht weiterhin einen Schwerpunkt in der Grundbildung am Arbeitsplatz. „Wir wollen die arbeitsorientiere Grundbildung noch besser strukturell im System der beruflichen Weiterbildung verankern. Das machen wir Hand in Hand mit dem Bundesarbeitsministerium, der Bundesagentur für Arbeit, den Ländern und den Sozialpartnern.“

Britta Ernst

Fokus der Teilnehmenden: Wie wird Corona die Erwachsenenbildung verändern? 

In der Praxis ist das Interesse, die AlphaDekade mit Leben füllen, auch nach fünf Jahren noch ungebrochen. Bereits seit Anfang Februar war die virtuelle Konferenz ausgebucht. Mit etwa 40 Prozent kam die größte Gruppe direkt aus der Praxis, gefolgt von Vertreter/-innen der Bildungspolitik in Bundes- und Landesministerien sowie den Fach- und Koordinierungsstellen in den Ländern. Aber auch die Wissenschaft, Wohlfahrtsverbände, Mehrgenerationenhäuser und kommunale Partner/-innen, etwa aus den Jobcentern, waren vertreten.

Vor allem interessierten  sich die Teilnehmenden für die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Strukturen der Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland. Das Aussetzen aller Präsenzveranstaltungen hat Zielgruppen aber auch Bildungsträger besonders schwer getroffen. Eine erste Einschätzung zu Folgen und Entwicklungen gab es in der Diskussionsrunde „Halbzeit der AlphaDekade – eine strukturelle Verortung aus wissenschaftlicher Perspektive“. Rund 340 Menschen sahen dabei zu. Auf ein ähnlich hohes Interesse stieß der Programmpunkt „Aktuelle Entwicklungen in den Ländern“. Auch die Beteiligung an den Fachforen machte deutlich, welche Themen aus Sicht der Teilnehmenden bedeutend sind und bleiben: Die Foren zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Grundbildung in der Migrationsgesellschaft waren bereits kurz nach Beginn der Anmeldefrist ausgebucht.

Vernetzung klappt auch virtuell

Der Austausch untereinander war zwar ungewohnt, aber auch virtuell ausgesprochen lebhaft. Wo normalerweise der Marktplatz im Konferenzbereich zur Vernetzung einlädt, standen nun virtuelle Thementische zur Verfügung. Sie spiegelten den Arbeitsstand der AlphaDekade und befassten sich mit neuen Lernorten, digitalen Möglichkeiten, der Ansprache von Zielgruppen oder familienorientierter Grundbildung – und waren durchweg gut besucht. Ebenso stieß der virtuelle Materialtisch auf hohes Interesse, der auch weiterhin auf der Konferenzplattform besucht werden kann. Und auch vom Improtheater „Die Gorillas“ ließen sich 220 Zuschauende von Zuhause oder aus dem Büro begeistern.