INA-Pflege 2 - Die INA-Pflege-Toolbox gibt’s bald in der Version 2.0

700 Seiten gebündeltes Material: Die INA-Pflege-Toolbox der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) unterstützt Lehrkräfte, die Pflegehilfskräfte ausbilden – und ist restlos vergriffen. Im Rahmen der aktuellen Projektlaufzeit kommt nun eine zweite Toolbox: mit weiteren Themen und Übungsformen, im Doppelpack mit Schulungen zur Professionalisierung der Lehrkräfte in der Pflege.

Die INA-Pflege-Toolbox

© Humboldt Universität zu Berlin

Pflegeausbildung und Grundbildung in einem

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Pflege ist die arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung in dieser Branche von besonderem gesellschaftlichem Interesse. Die Tätigkeit als Pflegehilfskraft ist für viele Menschen mit Grundbildungsbedarf ein möglicher Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Dort stehen sie aber vor Aufgaben, die umfangreiche Lese- und Schreibkenntnisse erfordern – etwa beim Lesen von Anweisungen oder in der schriftlichen Dokumentation von Pflegeschritten.

Grundbildung und Pflege zusammenzubringen, ist jedoch eine Herausforderung: Für die Ausbildung von Pflegehilfskräften gibt es verschiedene Wege und eine Vielzahl von Anbietern. Die Abteilung Wirtschaftspädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) hat in einem interdisziplinären Team aus Wissenschaftlern und Pflegedozenten 2015 die INA-Pflege-Toolbox veröffentlicht. Sie enthält rund 700 Seiten integriertes Unterrichtsmaterial, das sowohl Lese- und Schreibkompetenzen trainiert als auch fachlich für die Tätigkeit der Pflegehilfskraft qualifiziert. Hinzu kommt ein Handbuch mit Hintergrundinformationen zum Lehren und Lernen Erwachsener mit Grundbildungsbedarf und didaktisch-methodischen Hinweisen zur Unterrichtsgestaltung für die Lehrkräfte.

Die INA-Pflege-Toolbox war ein durchschlagender Erfolg:  Die gedruckten Exemplare waren schnell vergriffen. Jedoch können die gesamte Toolbox oder auch einzelne Module in digitaler Form über den Thieme Verlag Stuttgart auch weiterhin erworben werden.

Die INA-Pflege-Toolbox soll Teil einer ganzen Reihe neuer Formate werden

Im Rahmen der Nationalen Alphadekade will das Projekt die arbeitsplatzorientiere Grundbildung in der Pflegebranche weiter professionalisieren. Dafür arbeitet das interdisziplinäre Team aus Forschenden, Fachkräften der Pflege und Lehrkräften der Grundbildung an einer neuen, erweiterten Auflage der INA-Pflege-Toolbox. Sie soll es den Lehrkräften ermöglichen, noch besser auf die unterschiedlichen Voraussetzungen einzugehen, die Menschen auf den unterschiedlichen Alpha-Levels jeweils mitbringen.

Nachdruck, bundesweite Bedarfsanalyse, Weiterentwicklung und Neuauflage der Toolbox, Austausch von Wissen

  • Für den Vertrieb sowie die weitere Sensibilisierung von Lehrkräften in der Pflege werden bundesweit Workshops zur INA-Pflege-Toolbox angeboten. Der schon bestehende Teil der INA-Pflege-Toolbox wird für die Arbeit in den Workshops nachgedruckt. Darüber hinaus wird sie künftig auch in den wichtigsten Fachbibliotheken und Grundbildungszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein.
  • Parallel dazu untersucht die Abteilung Wirtschaftspädagogik der HU die Erfahrungen der Lehrkräfte im Umgang mit der Toolbox. Was funktioniert gut? Welche Themen fehlen? Welche Übungsformen passen insbesondere für die Lernenden mit Grundbildungsbedarf? Diese Erkenntnisse sollen in die neue INA-Pflege-Toolbox 2 einfließen.
  • Die Bedarfsanalyse für Grundbildungsangebote in der Pflegeausbildung wird auf ganz Deutschland ausgedehnt. Ziel dieser empirischen Studie ist es, die bundesweit gewünschten Themen und Übungsformen zusammenzutragen. Erstmals liegt dabei auch ein Fokus auf Menschen, die Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache lernen. Das Forschungsteam leitet aus dieser Erhebung neue Themenfelder für die INA-Pflege-Toolbox 2 und entwickelt zu den Materialien auch Module, Bausteine und Lerneinheiten für die Grundbildung in der Pflegeausbildung.
  • Eine weitere Untersuchung bezieht sich auf die Lernenden in den Pflegebasiskursen und Pflegehelferausbildung, um die Zielgruppe noch besser hinsichtlich ihrer ganz unterschiedlichen Kompetenzen, Voraussetzungen, Motivation und biografischen Lage zu beschreiben.
  • Es ist außerdem ein wissenschaftlicher Sammelband und ein Fachforum für den Austausch zu arbeitsplatz-orientierter Grundbildung geplant.