KonsumAlpha - Wie aus funktionalen Analphabeten selbstbestimmte Verbraucher werden

Gute Verbraucherentscheidungen beruhen auf Information und Vergleich. Funktionaler Analphabetismus stellt dafür eine Barriere dar. Das Projekt KonsumAlpha entwickelt daher Lern- und Beratungsangebote speziell für diese Zielgruppe. Sie soll ermutigt werden, sich mit ihrem Konsumverhalten auseinanderzusetzen und darüber ins Lernen zu finden.

KonsumAlpha

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Ist der angebotene Rabatt wirklich der günstigste Preis für Fernseher, Waschmaschine oder PC? Wann sind beim Teilen von Bildern und Videos in sozialen Medien Urheberrechte verletzt? Welche Rechte gibt es beim Widerruf von Online-Verträgen? Die Erfahrung zeigt: Fragen der Verbraucherbildung können für Menschen mit funktionalem Analphabetismus ein Einstieg ins Lernen sein. Allerdings kommen vorhandene Weiterbildungsangebote oder Infomaterial zumeist nicht ohne Schriftsprache aus.

Das Ziel: Verbraucherfragen in die Alphabetisierung tragen

Das Kooperationsprojekt KonsumAlpha entwickelt einen Ansatz, Verbraucherbildung zum festen Teil der Grundbildungsangebote zu machen. Innovative Lehr- und Beratungskonzepte sollen Schriftspracherwerb und Verbraucherbildung miteinander verbinden. Darüber hinaus wird es eine Reihe von Lehrmaterialien zu den Themen Verbraucherrecht, Wohnen, Geld Konsum, Finanzen und Versicherungen geben, die sich in bestehende Angebote der Alphabetisierung und Grundbildung einbinden lassen.

Bis 2021 sind folgende Projektschritte geplant:

  • Entwicklung neuartiger Lehr- und Lernarrangements rund um die Verbraucherbildung: Einrichtungen der Erwachsenenbildung haben dann die Möglichkeit, konkrete Verbraucherthemen zum Aufhänger für Grundbildungsangebote zu machen. Das soll die Lernmotivation bei der Zielgruppe erhöhen.   
  • Entwicklung neuer Lehr- und Lernmaterialien für die Grundbildung: Zielgruppenspezifische Materialen schaffen die Möglichkeit, Verbraucherfragen im Rahmen bestehender Lernangebote aufzugreifen. Teil dieses Pakets sind Lernvideos, an deren Erstellung Lernende beteiligt sind.
  • Entwicklung innovativer Beratungs- und Schulungskonzepte: Auch Fachkräfte der Verbraucherberatung erhalten zielgruppenspezifische Materialien und eine Reihe von Möglichkeiten, niedrigschwellige Lernangebote in die Beratung einzubinden.
  • Evaluation und wissenschaftliche Begleitung: Qualität und Wirkung aller  Lernangebote werden nach dem Mixed-Methods-Ansatz wissenschaftlich evaluiert.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Geplant sind wissenschaftliche Veröffentlichungen, Vorträge, eine Projekt-Website mit Material zum Herunterladen, Schulungen, Video-Clips sowie die Zusammenarbeit mit den Medien in Schleswig-Holstein.