LEO Grundbildungsstudie - LEO geht weiter

Die LEO – Level-One Studie hat 2011 erstmals ein umfassendes Bild ergeben, wie viele Erwachsene in Deutschland Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten haben. Mit der LEO-Grundbildungsstudie soll nun genauer geklärt werden, wie sich eine geringe Lese- und Schreibkompetenz in Alltagssituationen auswirkt und vor welchen Herausforderungen gering literalisierte Erwachsene stehen.

Die Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg

© Universität Hamburg

Die Datenlage zum Alphabetisierungsbedarf weiter verbessern

Die LEO – Level-One Studie der Fakultät für Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg ist die größte und wichtigste repräsentative Studie zu Literalität im unteren Kompetenzbereich in Deutschland. Sie hat 2011 nicht nur beziffert, dass rund 7,5 Millionen Erwachsene von geringer Literalität betroffen sind – und damit deutlich mehr als erwartet. Die LEO-Studie hat erstmals auch die Ausprägung von geringer Literalität in den so genannten Alpha-Levels unterschieden sowie Ursachen beschrieben. Das hat es den Anbietern von Maßnahmen der Alphabetisierung und Grundbildung erleichtert, ihre Angebote noch besser auf ihre Zielgruppen zuzuschneiden.

Ein genaueres Bild bringt passende Angebote

Im Rahmen der Alphadekade wird die Universität Hamburg nun die LEO-Studie wiederholen und erweitern. Die LEO Grundbildungsstudie soll erneut beschreiben, wie viele Menschen in Deutschland welchen Alpha-Levels zuzuordnen sind. Des Weiteren liefert sie Erkenntnisse über Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund, Familien- und Erwerbsstatus sowie Schul- und Berufsbildung. So wird erkennbar, ob und wie sich die Ausprägung ’geringer Literalität in Deutschland verändert hat. Darüber hinaus untersucht die Studie, wie sich eine geringe Alphabetisierung und Grundbildung auf alltägliche und gesellschaftliche Teilhabechancen auswirkt. Im Fokus stehen finanzielle Grundbildung, Gesundheitsgrundbildung, arbeitsorientierte Grundbildung, familiäre, politische und digitale Grundbildung sowie die Weiterbildungsteilnahme der Betroffenen. Öffentlichkeit und Bildungsanbieter erhalten so ein noch genaueres Bild von der Zielgruppe und können ihre Angebote hinsichtlich Art, Umfang, Umfeld, Methodik und Ansprache daraufhin anpassen.

5.500 Erwachsene befragen, Ergebnisse kommunizieren

Die LEO Grundbildungsstudie ist ein quantitativ angelegtes Forschungsprojekt in Form einer groß angelegten Datenerhebung (Large Scale Assessment). Die Befragung von mindestens 5.500 deutschsprechenden Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren bildet die methodische Basis der Studie. Größe und Auswahl der Stichprobe lassen den Rückschluss auf die Gesamtbevölkerung zu.

Die Untersuchung läuft von April 2017 bis Ende Dezember 2019. Die Feldphase des Projekts wird voraussichtlich Anfang 2018 beginnen. Erste Ergebnisse sollen voraussichtlich Anfang 2019 veröffentlicht werden.