Mecklenburg-Vorpommern

Landespolitische Initiativen

Für die Alphabetisierung und Grundbildung sind in Mecklenburg-Vorpommern die Volkshochschulen des Landes zuständig. Die Grundlagen ihrer Arbeit sind im Weiterbildungsförderungsgesetz, in der Richtlinie für die Förderung der Weiterbildungsgrundversorgung an Volkshochschulen sowie im Landesschulgesetz geregelt. Kurse der Alphabetisierung und Grundbildung sind an den Volkshochschulen kostenfrei. Sie sollen in dem dünn besiedelten Flächenland möglichst viele Betroffene erreichen. Dazu hat die Landesregierung die Förderung, die über das Weiterbildungsförderungsgesetz und das Schulgesetz Mecklenburg-Vorpommern erfolgt, auf etwa 40 Euro pro Unterrichtseinheit aufgestockt.

Beratung und Lernangebote gibt es derzeit an zehn Volkshochschulen des Landes. Hinzu kommt eine Anzahl von Kursen der Wohlfahrtsverbände (Diakonie, DRK) in Justizvollzugsanstalten und verbandseigenen Werkstätten.

Über das Kursangebot hinaus gibt es in MV auch eine Reihe von Projekten, die sich an das Umfeld Betroffener und an Lehrkräfte in der Grundbildung richtet. Der Volkshochschulverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (VHS-Verband M-V) realisiert insbesondere modular aufgebaute Qualifizierungen für Kursleitende, stellt Lehr- und Lernmittel zur Verfügung und führt Fachtagungen und Sensibilisierungsveranstaltungen durch.

Koordinierungsstelle

Im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes hat der Volkshoschulverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. eine zentrale Koordinierungsstelle für Alphabetisierung und Grundbildung eingerichtet. Hier berät der VHS-Verband M-V zu den Angeboten an den Volkshochschulen. Für Kurs- und Fachbereichsleitende der VHS gibt es Weiterbildungen, die grundsätzlich auch anderen Akteurinnen und Akteuren im Arbeitsfeld offen stehen. Über alle Maßnahmen stimmt sich die Koordinierungsstelle eng mit dem Bildungsministerium des Landes ab.

Geplante Landesprojekte

Das geplante Landesprojekt für die Alphabetisierung und Grundbildung hat zum Ziel, betroffenen Menschen den Zugang zu Lernangeboten weiter zu erleichtern. Dem unmittelbaren Umfeld der Betroffenen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Ziel des geplanten Projektes ist daher:

  • Akteure der Arbeits- und Lebenswelt schul- und lernungewohnter Menschen systematisch und organisationsübergreifend für Thema und  Handlungsfeld zu sensibilisieren,
  • verlässliche und nachhaltige Netzwerke aller beteiligten Akteurinnen und Akteure aus- und aufzubauen,
  • neue Strategien zur Ansprache und Gewinnung weiterer relevanter Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu entwickeln – insbesondere solcher, die bislang nicht mit dem Arbeitsfeld der Alphabetisierung/Grundbildung befasst sind,
  • entsprechende Schulungskonzepte für diese Partnerinnen und Partner passgenau und in verschiedenen Formaten zu erarbeiten,
  • sowie Schulungen, Trainings und Informationsveranstaltungen durchzuführen.

Zielgruppen für das neue Landesnetzwerk sind unter anderem die regionalen Agenturen für Arbeit und Jobcenter, Betriebe und Unternehmen, Sozialpartner wie Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften, Ämter und Behörden sowie Sozialverbände und soziale Einrichtungen.