Mehrgenerationenhäuser ebnen Zugänge mit sozialräumlichen Angeboten

Welche Rolle können Mehrgenerationenhäuser in der AlphaDekade spielen? Wie können Sie dazu beitragen, neue Zugänge zu Betroffenen herzustellen und lokale Kooperationen zu initiieren? Diana Dahm, Mehrgenerationenhaus Bad Kreuznach, und Lisa Göbel, GrubiNetz, berichteten über den neuen Sonderschwerpunkt „Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen“ und ihre Zusammenarbeit in Rheinland-Pfalz.

Tischgespräch

Bettina Kerschbaumer-Schramek (Moderatorin) im Gespräch mit Lisa Göbel, Diana Dahm, Achim Scholz, Ernst Lorenzen und Prof. Dr. Anke Grotlüschen (v.l.n.r.).

© BMBF/ H. Scherm.


Mehrgenerationenhäuser (MGH) sind gut vernetzte Orte der Begegnung aller Generationen. Sie bieten eine große Angebotsvielfalt für Freizeit, Bildung sowie Unterstützung und greifen Bedarfe aus dem jeweiligen Umfeld auf. Ein Besuch des Mehrgenerationenhauses ist niedrigschwellig, offen und barrierefrei für jeden möglich. MGH sind daher in der Lage, Menschen anzusprechen, die sich sonst nur schwer erreichen lassen. Mehrgenerationenhäuser sind in ihrem Sozialraum gut bekannt und werden intensiv genutzt. Diese regionalen Strukturen sind eine sehr gute Möglichkeit, niedrigschwellige Angebote und offenen Formate zur Alphabetisierung anzubieten.

Ein Beispiel für ein solches Angebot ist das Lerncafé, das  bereits Ende 2017 in Zusammenarbeit und nach Konzeption des GrubiNetz  in Bad Kreuznach eingerichtet wurde. Im Lerncafé werden gemeinsam Aufgaben zu Themen der Alphabetisierung und Grundbildung bearbeitet oder die Betroffenen erhalten eine Anleitung zur Nutzung des Selbstlernportals www.ich-will-lernen.de. Es handelt sich um ein offenes Lerncafé, d.h. die Teilnahme ist unverbindlich und ermöglicht den Betroffenen daher einen niedrigschwelligen Zugang. Die Ansprache erfolgt nicht nur über die Teilnehmenden der Angebote des MGH. Viele MGH werden von sozialen Verbänden geführt, die ebenfalls Sozialberatung anbieten. Das Mehrgenerationenhaus in Bad Kreuznach wird vom Caritas-Verband geführt. GrubiNetz sensibilisiert die Beraterinnen und Berater der sozialen Einrichtungen in ihrem Netzwerk, damit sie funktionalen Analphabetismus erkennen, Betroffene ansprechen und auf das Lerncafé und andere Angebote in der Region aufmerksam machen können. Die Schulung des im Lerncafé eingesetzten Personals ist Voraussetzung für das Gelingen und wird durch GrubiNetz ermöglicht. So hat auch die Leitung des Lerncafés im MGH die Qualifizierung absolviert, die für Alphakurs-Leiter in Rheinland-Pfalz verpflichtend ist.

Beteiligte

Lisa Göbel, Grubinetz Rheinland-Pfalz
Diana Dahm, Mehrgenerationenhaus Bad Kreuznach

Moderation
Bettina Kerschbaumer-Schramek