mekoBasis - Mehr Selbstbestimmung durch das Lernen wie man lernt

Metakognitiv fundiertes Lernen ist eine Methode, sich den eigenen Lernprozess bewusst zu machen. Dieses Wissen hilft Lernenden viel besser zu steuern wie und was sie lernen. Sie lernen auch wie sie auftauchende Denkfehler oder Lernhindernisse besser erkennen und diese selbst beheben können. Das gibt ihnen ein ganz neues Selbstverstrauen in ihre Fähigkeiten.  Von den Lehrkräften erfordert diese Methode nicht nur ein neues Rollenverständnis, sondern auch die Fähigkeit, Lerninhalte anders als bisher darzustellen. Die KEB entwickelt in Zusammenarbeit mit der Universität der Bundeswehr in München passende Lehrmaterialien und ein Qualifizierungskonzept für Lehrkräfte.

Konzeptgrafik des Projekts mekoBasis

© KEB

Mehr Zuversicht und Leistung durch souveränen Umgang mit Problemstellungen

Menschen, die als Erwachsene nicht ausreichend gut lesen und schreiben können, haben nicht selten negative Schulerfahrungen hinter sich. Das Lernen im Erwachsenenalter anhand von schulisch basierten Methoden bringt sie daher oft nicht weiter. Es schürt oft nur bestehende Ängste vor Problemsituationen, die sie nicht lösen können. Metakognitiv fundiertes Lehren und Lernen nutzt die Fähigkeit des Menschen, sein eigenes Denken bewusst wahrzunehmen und gezielt zu steuern. Mit dieser neuartigen Didaktik werden lernungewohnte Menschen dabei unterstützt, sich den eigenen Lernprozess bewusst zu machen. Lernende blicken aus der Vogelperspektive auf die ihnen gestellte Aufgabe und reflektieren Schritt für Schritt die von ihnen eingeschlagenen Lösungswege. Die Teilnehmenden kommunizieren ihr Vorgehen, sie befragen sich selbst, sie erarbeiten Problemlösungen in Paaren und reflektieren ihre Ansätze durch lautes Denken. Durch das Üben an Aufgaben mit verschiedenen Problemstellungen lernen sie, verschiedene Problemlösungsstrategien anzuwenden, was sie nach und nach immer selbstständiger agieren lassen. 

In zwei vorangegangenen Projekten (KLASSIK, mekoFUN) haben die Projektpartner Module für diesen neuen Ansatz der Didaktik in anderen Bereichen der Erwachsenenbildung entwickelt und in der Praxis erprobt. Die begleitende wissenschaftliche Evaluierung beider Vorgängerprojekte hat belegt, dass metakognitives Lernen zu schnelleren, besseren und tieferen Fortschritten bei den Teilnehmenden führt. Sie sind motivierter und stellen sich auch solchen Aufgaben, an die sie sich vor dem Kurs nicht getraut hätten.

Ein Basiscurriculum und ein Qualifizierungskonzept für Lehrkräfte in der Alphabetisierung und Grundbildung

mekoBASIS bereitet nun den Ansatz des metakognitiv fundierten Lehrens und Lernens für die Anwendung in der Alphabetisierung und Grundbildung auf. Dafür wird ein Basiscurriculum für diesen Bereich erstellt. Gleichzeitig schulen mit dieser Methode bereits vertraute Multiplikatoren neue Lehrkräfte in dessen Anwendung. Denn metakognitives Lernen erfordert von Lehrenden ein ganz neues Rollenverständnis: Sie sind nicht länger Vermittelnde von Wissen, sondern begleiten den Lernprozess ihrer Teilnehmenden als Trainerinnen und Trainer. Sie weisen in die richtige Richtung, reflektieren den Lernfortschritt und moderieren die Arbeit in der Gruppe. Das Lehrkonzept ist zum Teil als Selbsterfahrung angelegt. Zum Teil erhalten die Lehrkräfte fachliche Anregungen, Aufgaben anders zu stellen als bisher, und dadurch den Raum für ein metakognitives Herangehen ihrer Teilnehmenden zu schaffen. Angesprochen sind zunächst die Lehrkräfte der KEB sowie die Lehrkräfte aus den anderen BMBF-geförderten Projekten im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung. Gemeinsam mit ihnen entwickelt und erprobt das Projekt ein vierstufiges Konzept der Qualifizierung von Lehrkräften, das in einem Handbuch festgehalten werden soll.

Lehr- und Lernmaterialien für funktionale Analphabeten

mekoBASIS entwickelt und testet parallel. Es übersetzt die in Vorgängerprojekten entwickelte Didaktik mit ihrem metakognitiven Kern in eine modular aufgebaute Qualifizierung. Die teilnehmenden Lehrkräfte durchlaufen eine in vier Phasen gegliederte Schulung. Anschließend sollen sie in der Lage sein, die Inhalte ihres Unterrichts in eine metakognitiv fundierte Lehr- und Lernumgebung einzubinden und so die Informationsverarbeitungskompetenz von Lernenden in Maßnahmen der Grundbildung zu fördern. Die geschulten Lehrkräfte geben ihr Feedback zur Praxistauglichkeit der Schulungsunterlagen direkt an das Projekt. Das Projekt evaluiert den laufenden Prozess also eng und bindet die Ergebnisse der Evaluierungen direkt in die Weiterbearbeitung des Basiscurriculums und des Qualifizierungskonzeptes ein. Basierend auf das Curriculum soll ein Handbuch für Lehrkräfte entstehen. Dieses ermöglicht die Anwendung und den richtigen Umgang mit dieser Methode auch Interessierten außerhalb des Projektes.