mekoLEGALL: Lernen lernen in der Bearbeitung alltäglicher Problemsituationen

Metakognitives Lernen ist ein didaktischer Ansatz, der zur Lösung konkreter Problemsituationen befähigt. Dazu gehört auch, das eigene Vorgehen und den Lösungsprozess zu reflektieren. Das erst ermöglicht nämlich, dieses Vorgehen in Zukunft selbständig auf andere Situationen anwenden zu können. Zusammen mit 10 Bildungseinrichtungen und deren Partnereinrichtungen aus dem Sozialraum will die KEB Deutschland Menschen mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben über diesen Ansatz helfen, ihre Kompetenz zur Bewältigung alltagsnaher Herausforderungen zu verbessern. Lernungeübte Menschen werden so auf eine weiterführende und stärker formalisierte Bildungsarbeit vorbereitet.

mekoLEGALL richtet sich an Menschen mit eingeschränkten Grundkompetenzen bei der Verarbeitung schriftlicher alltagsnaher Informationen. Über die Partner im Sozialraum sollen diese in ihren spezifischen Lebenswelt- und Alltagssituationen angesprochen werden. Auf Grundlage zuvor geführter narrativer Interviews sowie Verfahren zur Lernstandortbestimmung werden zusammen mit Lernenden individuelle Lernmaterialien entwickelt. Die Materialien greifen alltagsnahe Themen auf, wie z.B. Formulare ausfüllen, Verträge abschließen, Behördenbriefe verstehen etc.

Von aufsuchender Arbeit zur Freiheit selbstbestimmten Lernens

Das Projekt greift alltägliche Bedürfnisse der Zielgruppe auf und vermittelt Kompetenzen, schriftsprachliche Herausforderungen eigenständig zu meistern. Dazu erarbeiten sich die Lernenden im Projekt Wissen um diejenigen grundlegenden Elemente, die bei der Verarbeitung von textlichen, bildlichen oder numerischen Informationen zum Tragen kommen. Das Gelernte kann direkt im Alltag angewendet werden, was wiederum zum weiteren Lernen motiviert. Es soll die grundlegende Fähigkeit aufgebaut werden, selbstorganisiert zu lernen. Lernungeübte Menschen werden so auf eine weiterführende und stärker formalisierte Bildungsarbeit vorbereitet.

Gut qualifizierte Lehrkräfte sichern den erfolgreichen Transfer des Gelernten

Erst die metakognitive Fundierung von Bildungsarbeit sichert die Übertragbarkeit des einmal Gelernten auf viele unterschiedliche Lebenssituationen, die zunehmende Eigenständigkeit der Zielgruppen und Nachhaltigkeit der Weiterbildungsmaßnahmen. Ein vorgelagerter Schritt für die Arbeit mit der Zielgruppe ist daher die Qualifizierung der Kursleitenden in den Bildungseinrichtungen, die am Projekt mitarbeiten. Aber auch die sozialräumlichen Partner erhalten eine Basisschulung zum metakognitiv fundierten Ansatz. Denn um die Zielgruppe erfolgreich anzusprechen, müssen auch sie um den Mehrwert des Ansatzes wissen. Das ist essentiell, um die erarbeiteten Lernformate immer wieder zu evaluieren und an die individuelle Lernsituation anzupassen. Ein weiteres Projektziel besteht darin, das gewonnene Wissen in Form eines festen Kursaufbaus aufzubereiten und zu veröffentlichen.