Niedersachsen

Landespolitische Initiativen

In Niedersachsen können schätzungsweise rund 750 Tsd. Menschen auch kürzere Texte nicht richtig lesen und schreiben. Die Landesregierung unterstützt daher die Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit als wichtige bildungspolitische Aufgabe der Erwachsenenbildung. Über das Niedersächsische Erwachsenenbildungsgesetz fördert das Land entsprechende Maßnahmen mit dem höchsten Förderfaktor. Rund 890 Tsd. Euro stehen jährlich zur Verfügung.

Das Regelangebot führen die gesetzlich anerkannten Einrichtungen durch. Darüber hinaus gibt es den „Sonderfonds zur Unterstützung und Förderung des lebenslangen Lernens“, in dessen Rahmen auch das Landesprogramm „Grundbildung“ zusätzlich finanziert wird. Dafür sind jährlich 500 Tsd. Euro in den Landeshaushalt eingestellt. Das Landesprogramm fördert Projekte, die neue Lehr- und Lernformate sowie unkonventionelle Zugänge in der Alphabetisierung und Grundbildung entwickeln und erproben. Der Schwerpunkt liegt auf Ansätzen der aufsuchenden Bildungsarbeit und dem Erwerb von Grundbildungskompetenzen am Arbeitsplatz. Seit 2017 fördert der Sonderfonds zusätzlich auch den nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen sowie Grundbildungsmaßnahmen für Geflüchtete.

Koordinierungs- und Fachstelle

Die zentrale Koordinierungsstelle Alphabetisierung und Grundbildung für Erwachsenbildungsträger ist in Niedersachsen bei der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) angesiedelt. Sie arbeitet an der landinternen Ausgestaltung der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung, berät fachlich, entwickelt Projekte und Handlungsempfehlungen sowie themenbezogene Fortbildungsangebote. Die AEWB koordiniert seit 2012 das Landesprogramm „Regionale Grundbildungszentren Niedersachsen (RGZ) in Kooperation mit dem Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens e. V.

Regionale Grundbildungszentren

Seit 2012 arbeiten in Niedersachsen acht Regionale Grundbildungszentren (RGZ). Sie entwickeln und erproben neue Bildungsansätze, die die Lebenswirklichkeit der vom Analphabetismus Betroffenen in besonderer Weise berücksichtigen. Die RGZ stehen auch als regionale Ansprechpartner für Institutionen und Einzelberatung der Menschen mit Lese- und Schreibproblemen zur Verfügung. Die Selbsthilfestrukturen der Lernenden werden dabei aufgebaut bzw. gestärkt und ihre Impulse in die konzeptionelle Arbeit der Grundbildungszentren einbezogen.

Für die RGZ sind bis 2018 jährlich 200 Tsd. Euro im Landeshaushalt bewilligt.

Landesprojekte

Ausgewählte Landesprojekte und Initiativen zur Alphabetisierung und Grundbildung in Niedersachsen sind:

  • Das Landesprogramm "Grundbildung": Ziel ist es, berufsbegleitende oder aufsuchende Bildungsangebote zu entwickeln und zu erproben. Berücksichtigt werden neben der Lese- und Schreibkompetenz auch alltagsmathematische Kompetenzen oder technologiebasierte Problemlösungskompetenzen.
  • Das Landesprogramm „Regionale Grundbildungszentren Niedersachsen – RGZ“: Ziel ihrer Maßnahmen ist es, die Lese- und Schreibfähigkeiten der in Niedersachsen lebenden Menschen mit Grundbildungsbedarfen zu verbessern und ihnen durch geeignete Angebotsformen eine berufliche, soziale und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
  • Das Projekt „GO Niedersachsen“– Förderung von Grundkompetenzen Geringqualifizierter am Arbeitsplatz" (abgeschlossenes Projekt).