Vom Analphabeten-Kind zum Literaturnobelpreisträger

Im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung begleitet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit regionalen Dekade-Partnern die bundesweite Theatertournee „Der erste Mensch“. Die Inszenierung, gelesen von Schauspieler Joachim Król, beruht auf der Autobiografie des Schriftstellers Albert Camus, der Anfang des 20. Jahrhunderts als Sohn einer Analphabetin aufwuchs. 

Kroll

Im Januar 2018 liest Joachim Król bundesweit in Theatern aus der unglaublichen Lebensgeschichte des französischen Literaturnobelpreisträgers Albert Camus, der als Sohn einer Analphabetin aufwuchs. Die Inszenierung von „Der erste Mensch“ stellt die besondere Beziehung Camus‘ zu seinem Lehrer Louis Germain in den Mittelpunkt, der das Talent des Jungen früh erkannte und gegen jegliche Widerstände förderte. So wurde aus Camus kein Gelegenheitsarbeiter, wie aus vielen Jungen seiner Generation, sondern einer der bedeutendsten Schriftsteller der Welt.

Wanka: "Wir müssen uns für die Bildung unserer Mitmenschen einsetzen"

„Die Geschichte des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus zeigt, was möglich ist, wenn wir uns für die Bildung unserer Mitmenschen einsetzen“, erklärt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Wir wollen eine breite Öffentlichkeit in die Lage versetzen, Anzeichen für Analphabetismus zu erkennen, Betroffene sensibel anzusprechen und auf Lernangebote hinzuweisen.“ Begleitend zu der Theatertournee informiert das BMBF gemeinsam mit regionale Dekade-Partnern Besucher/innen im Theaterfoyer über funktionalen Analphabetismus und stellt regionale Lernangebote vor.

Jeder siebte Erwachsene kann nicht richtig lesen und schreiben

Rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland gelten als funktionale Analphabeten. Sie können zwar einfache Sätze lesen und schreiben. Zusammenhängende Texte wie Arbeitsanweisungen, Behördenpost oder Handyverträge erfassen sie jedoch nicht. Die Ursachen sind vielfältig: sie reichen von prekären sozialen Verhältnissen über fehlende Lese- und Schreibvorbilder, zu wenig individuelle Förderung in der Schule und gesundheitliche Faktoren bis zu hin stetig ansteigenden Anforderungen an Lese- und Schreibfähigkeiten z.B. in der digitalen Arbeitswelt.

Auch Joachim Król, der als Sohn eines polnischen Bergmanns im Ruhrgebiet aufwuchs, musste sich den Weg an die renommierte Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München erkämpfen. „Das ist mein Text“, stellte Król beim ersten Einlesen der Autobiografie fest.

Die AlphaDekade begleitet Joachim Król zu folgenden Theaterterminen:

08. Januar      Hamburg                    Altonaer Theater

10. Januar      Bremen                       Die Glocke

11. Januar      Karlsruhe                    Tollhaus

14. Januar      Oldenburg                   Staatstheater

17. Januar      Mannheim                  Nationaltheater

18. Januar      Stuttgart                     Theaterhaus

20. Januar      Dortmund                   Schauspielhaus

21. Januar      Düsseldorf                  Robert-Schumann-Saal

25. Januar      Wolfsburg                   Theater Wolfsburg

26. Januar      Kiel                             Staatstheater

28. Januar      Darmstadt                  Staatstheater

02. Februar     Mainz                         SWR